
Verwalden !
… alles zuwachsen lassen
mit Silvia Körbitz
Museumsquartier Q21
Wien, 2003
Den in der Grundstruktur barocken Ausstellungsraum sehen wir als Hohlweg, der durch die Benutzung am vollkommenen Zuwachsen gehindert wird. Denkt man sich den Raum von verschiedenen Wegen durchzogen, ergeben sich entlang diesem Zonen mit ganz unterschiedlichen Qualitäten. Dickicht und Lichtungen wechseln einander ab, generieren Räume mit unterschiedlicher Einsehbarkeit.
Zuwachsen
„… ganz Suche werden, so wie man ganz Auge oder Ohr wird“ 1
Durch das Verzerren der gewohnten Wahrnehmung steigt die Möglichkeit, dass sich Irrtumsbetrachtungen häufen. Etwas als etwas anderes verstehen, sich zu Irrtümern verleiten lassen, ihnen eine Zeit lang nachgehen.
Plötzliches unterbricht das Vertieftsein, öffnet neue Richtungen und lässt sie
wieder verschwinden.
„… und du schaust auch nicht zuende und du hörst auch nicht zuende“ 2
Ohropax Stumpf
Ohropax blenden Umgebungsgeräusche beinah aus, dämpfen sie.
Man hört sich selbst bewusster, atmen, gehen…, Körperdistanzen ändern sich.
Masken Bock
„… überhaupt kam sie selber sich unsichtbar geworden vor, gleich mit dem Betreten des Waldes.“ 3
Masken blenden manches aus, ermöglichen ein Spiel mit dem Innen und Außen. Der selektive Blick durch die Lochung lässt Sichtbares zu Details werden. Gleichzeitig werden die Anderen hinter ihren Masken Wald.
1 Lucie im Wald mit den Dingsda; Peter Handke; Surkamp 1999; S36
2 ebd. S41
3 ebd. S50

Stumpf: Schale – NIROSTA/Kokosmatte, 500 Stück Ohropax

Masken: Karton, gelocht/geschlitzt, Aluminium, genietet, 30 Stück

Bock: Fichtenholz/Kokosmatte/Masken
